Freitag, 26. Februar 2010

es geht los!

hallo zusammen und willkommen zu meinem letzten eintrag aus good old germany.
mein letzter abend zuhause ist angebrochen.
die letzten einkäufe sind erledigt, die wäsche wurde wie durch ein wunder doch noch fertig und meine koffer und taschen stehen gepackt und bereit zum verladen im zimmer. das ist es also. ich kann euch sagen dass ich verdammt nervös bin. außerdem stolz auf mich, weil ich dieses mal deutlich organisierter an die sache rangegangen bin und dann auch alles fabelhaft geklappt hat. und natürlich voll von abschiedsschmerz, der sich mit einem kleinen bisschen vorfreude mischt, was zusammengenommen ein ziemlich seltsames gefühl ergibt.
morgen am flughafen werd ich heulen wie ein schlosshund. eine halbe stunde später meine nägel wieder in olgas handfläche graben, weil ich angst habe. total genervt vom fliegen sein. ewig müde in peking ankommen.
und ja, ich weiß auch nicht. im grunde gibt es für heute nichts mehr zu sagen. ich fühle mich absolut seltsam. belassen wirs dabei.
ich wünsche allen ein gutes wochenende und sende auf diesem wege einen besonders lieben gruß an alle, die ich nicht mehr gesehen habe.
bis hoffentlich in ein paar tagen.

Sonntag, 21. Februar 2010

mein verhinderter gammelnachmittag

Noch sechs tage, dann bin ich in peking. im angesicht meines wahrscheinlich letzten wirklich freien nachmittages dachte ich mir, ich zocke mal wieder; mein freund hatte mir fable 1 empfohlen. gestern abend hab ichs kurz angespielt. nach etwa einer stunde rumgehüpfe in der welt von albion plötzlich ein standbild, ein zischen und der pc schaltete sich selbst aus.
die diagnose war relativ einfach, der überhitzungsschutz meiner grafikkarte oder des prozessors, was weiß ich, mischka hat mir das genau erklärt, aber techniklaie wie ich bin...naja.
is eigentlich auch kein wunder, das ding ist uralt. mein persönlicher held meinte auch, es wäre kein problem, lüfter entstauben, leitpaste erneuern und ab gehts, er kümmert sich gleich morgen darum.
nach einem wirklich sehr späten frühstück (wir schaffen es inzwischen, synchron sämtliche notfallwecker auszuschalten auch ohne dabei aufzuwachen) gings dann auch gleich zur sache: aufschrauben, ausbauen, aussagen, leitpaste drauf, zusammenbauen, zuklappen, neustarten und hoffen.
die hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, in diesem falle gings bei uns allerdings recht schnell. zwar startet der pc, jedoch bekomme ich keine anzeige. die üblichen verdächtigen könnten wir schnell ausschließen; alle kabel sind eingesteckt (es fühlte sich übrigens verdammt gut an, auch mal einen mann mit solcherlei vermutungen nerven zu können...), wir haben bei der operation auch keine bauteile vergessen. scheinbar ist gnaz heimlich, still und leise mein dinosaurier von grafikkarte abgeraucht.
jetzt ist er zu nem kumpel gefahren, um sich ersatz zu besorgen und für einen letzten test, obs wirklich daran liegt. nunja. rest in peace, ati radeon 9600 all-in-one-wonder series. du warst mir seit 2003 teure freundin und wegbegleiterin und ich werde dich sehr vermissen.

was macht man nun im angesicht eines plötzlich sinnfreien nachmittags, ohne fernsehen, olympische winterspiele und die flucht in die fantasiewelten eines netten rollenspiels...
als emanzipierte junge frau gehe ich die sache ganz pragmatisch an: erst mal fruststaubsauging, dann fruststaubwisching, wäschewasching und zuletzt die vorbereitung der leckeren hühnersuppe, nach der mir erkältungstechnisch schon lange ist. bügelwäsche habe ich auch noch genug. zumindest kann mir niemand vorwerfen, ich wüßte mich nicht zu beschäftigen.

grad isser heimgekommen. sein kumpel hat ihm equipment mitgegeben, da krieg ich als unbedarftes mädel große augen: ein monster von grafikkarte und ein wirklich hübsches shiny netzteil, das fast zu schade ist zum einbauen weil mans dann nicht sieht.
jetzt hoffe ich mal weiter. vielleicht ist zumindest die welt von albion noch zu retten.
euch einen schönen abend!

Freitag, 19. Februar 2010

letzter tag im hostel: schwerer kopf und schwermut

da sitze ich also, auf meinem rückenfreundlichen drehstuhl vor dem pc, um mich herum lärmen fünf niederländische familien, die wohl gerade aus dem skiurlaub zurückfahren, es sind immer noch nicht alle gäste da, aber seltsamerweise bin ich kein bisschen genervt.
heute ist mein endgültig letzter arbeitstag im hostel für die nächsten sieben monate, und nachdem ich seit ewigkeiten dabei bin und nur während des umbaus des hostels und meiner reise nach changchun zwangsweise ausgesetzt habe, fühlt sich das hier ein bisschen nach verlust an.
nicht nur, weil mir dieser job meinen lebensunterhalt garantiert, sondern auch, weil ich ganz oft ganz tolle, interessante menschen treffe, eine brise der großen weiten welt zugeweht bekomme, ohne selbst aus dem haus zu müssen, und nicht zuletzt weil ich ganz tolle chefs und kollegen habe.
ich werde die rasselbande echt vermissen.

soviel zum schwermütigen teil, nun soll noch der schwere kopf gewürdigt werden.
ich war ja wieder mal impfen. dieses mal polio und schweinegrippe. polio ist ganz problemlos, ich merke absolut nichts davon. ganz anders die schweinegrippe. dass mir der arm weh tun würde, hab ich mir schon gedacht. dass ich ihn gar nicht heben kann, nicht so unbedingt. aber was ich gar nicht wusste ist, dass man nach einer schweinegrippeimpfung die grippe scheinbar einmal im schnelldurchlauf überstehen muss, ehe man geimpft is.
gestern früh spritze, abends gliederschmerzen und temperatur, nachts hohes fieber (mein körper war weitaus wärmer als mischkas und das will echt was heißen!!!), nase zu, halsweh, hustenreiz. morgens dann noch kopfschmerzen und temperatur. und inzwischen ist bis auf den blöden schädel und den schmerz im arm alles verschwunden.
also wenn grippe immer so laufen würde, wär ich begeistert.

entgegen meinem letzten post bin ich mit der nadelei aber immer noch nicht zu ende. letzter termin (hoffentlich!) ist dienstag.
ich schleppe mich jetzt zu trockner und spülmaschine, die wollen geleert werden.
euch ein schönes wochenende.

Mittwoch, 17. Februar 2010

welcome to reality

wie es der titel schon sagt: langsam wirds realität, das mit peking. spätestens seit gestern abend, da habe ich nämlich mit meiner packliste angefangen. im grunde genommen schleppe ich 3/4 meiner kleidung mit nach china, gefühlte zwei tonnen elektrozubehör für handy, laptop, mp3-player; sowie eine halbe apotheke. man weiß ja nie, ganz sicher ist aber die ein oder andere erkältung und der obligatorische durchfall. dieses mal bin ich aber gerüstet: perenterol, tanacomp, immodium in massen. also eigentlich kann jetzt nix mehr passieren.
zusammen mit den impfstoffen für die letzte spritzenorgie morgen (obwohl ich die letzte noch nicht verdaut habe, ist mal wieder alles viiiiel zu kumuliert) habe ich vorhin gut 200 öcken in der apotheke gelassen und damit eine pta und ihre chefin sehr glücklich gemacht. ich hoffe allerdings, zumindest die impfungen von der kasse rückerstattet zu bekommen, abgesprochen war es jedenfalls; mal sehen, ob sie im zuge der kassenfinanzkrise zicken machen.
ist ein bisschen blöd dass ich nicht vor ort bin und das im zweifelsfalle regeln kann.
ich frag mich übrigens gerade, ob ich mit so vielen pillen und hustensäften überhaupt über die grenze komme. nicht dass die denken, ich will da einen professionellen handel damit aufziehen.
bis auf die hygieneartikel war das ganz nebenbei der letzte große anschaffungsposten, der hier in deutschland zu erwerben war. was dann noch kommt, ist miete für die wohnung in peking, die kaution, bücher und der erste zu überlebende monat dort.

mal ganz abgesehen vom grauen, das mich überfällt, wenn ich ans kofferpacken denke, ist der rest der verbliebenen zeit auch nicht sonderlich angenehm. nicht nur dass ich im moment nicht mehr arbeiten kann, um mich von dem ganzen stress abzulenken, ich habs auch noch geschafft, im letzten moment einen wirklich wichtigen menschen wirklich zu verärgern. meine freunde sind alle nochmal zu ihren familien nach hause gefahren. olga zieht heute aus ihrem wohnheim aus. also niemand da zum frustwegchillen.

wenigstens von mischka gibts halbwegs gute neuigkeiten: er hat von der uni einen job angeboten bekommen. das muss irgendwann noch gefeiert werden. also wenn ich wieder fit bin, heute siehts echt mau aus.

prüfungen sind übrigens alle vorbei und auch erfolgreich bestanden. wenigstens muss ich mir keine sorgen um eventuelle nachklausuren machen.

achja, @nina: danke für den versuch, is nicht schlimm, bin auch ohne gut über die zeit gekommen. das pfeiffersche ist auch fürs erste überstanden, ich bin zwar ewig müde, aber zumindest halbwegs leistungsfähig. da du nun ja leider auch im urlaub bist, werden wir uns vor peking wohl nicht mehr sehen. aber ich hoffe auf den september, wenn ich wieder da bin und den mob schwingen darf. ganz liebe grüße nach hause jedenfalls!