Montag, 29. März 2010

in eigener sache

hej zusammen.

ich möchte hiermit bekanntgeben, dass mein blog umgezogen ist. das hat zur folge, dass ich diese site hier nicht weiter updaten werde, denn meine eigene website ist jetzt online und in einigen teilen auch schon richtig toll funktionsfähig. der peking-blog ist schon komplett auf der site, inklusive der zwei neuesten einträge, die hier schon nicht mehr gepostet sind, alles andere kommt im laufe der zeit dazu. ihr könnt mir natürlich auch drüben weiterhin schreiben und kommentieren.



ich will gar nicht lang rumreden, schaut es euch einfach selbst an:
www.lala-goes-china.de.vu

wenn nicht jemand ein dringendes argument für den erhalt dieser site vorbringt, möchte ich sie hiermit also schließen. ich hoffe, ich sehe euch alle dann drüben.













































Mittwoch, 24. März 2010

eine frage der anwesenheit: grippe am eccs...

hej leute,

meinem internet geht es leider immer noch nicht besser. meinen kollegen auch nicht. die grippe oder was immer es ist, hat sich inzwischen epidemisch im ganzen jahrgang verbreitet und im unterricht fehlt kontinuierlich ein gutes drittel der leute. auch bei uns in der wg gehts rund: yün hustet sich halb zu tode, olga liegt mit fieber und bösem hals schlapp im bett. mir gehts seltsamerweise noch halbwegs gut, das bisschen kopfschmerzen von verstopften nebenhöhlen ist relativ gut erträglich.

diese krankheitsorgie verursacht leider stress: einige der chinesischen lehrer wollen unbedingt ein attest bei abwesenheit. dumm nur, das zum arzt zu gehen erstmal ein tagesausflug mit den öffentlichen verkehrsmitteln ist. wenn man eh schon auf dem zahnfleisch kriecht also definitiv nicht machbar. und dann ist es verdammt teuer. die wenigsten von uns können es sich leisten 50€ minimum für einmal in den hals schauen auszugeben, in unseren knappen budgets ist es nicht drin. überdies unnötig, wenn man weiß, dass man nur ne grippe durchmacht. also gehen wir nicht zum arzt und haben folglich kein attest, was zu spannungen zwischen lehrern und studentenschaft führt.
ich bin gespannt, wie man sich da im endeffekt einigt.

gestern abend hatten wir dann noch ne kleine kuriosität: es klingelt, olga macht auf, vor der tür steht ein hübscher, gepflegter chinese und frag nach ner freundin, die angeblich in unserer wohnung wohnt. wir erklären ihm, dass wir schon der neue jahrgang sind, also nimmt er seinen koffer (er wollte wohl bei ihr wohnen) und zieht enttäuscht von dannen. zwanzig sekunden später klingelt es erneut: selber chinese, der wissen will, ob wir dann vielleicht ein zimmer freihätten. natürlich mussten wir ihn wegschicken, ein bisschen schade fanden wirs dann aber doch. denn abgesehen vom guten aussehen sprach er sehr klares, verständliches chinesisch.

heute abend gehts übrigens in die pekingoper. ich bin musikbegeistert und bestimmt kein kulturbanause, aber überlege mir dennoch die mitführung von ohropax. wies dann tatsächlich war, erzähl ich euch morgen. bis denn.

Samstag, 20. März 2010

i'm on a highway to hell - jeden morgen wieder

hej zusammen.

leider muss ich darauf aufmerksam machen, dass es in nächster zeit zu schwierigkeiten bzw. verzögerungen beim bloggen kommen wird. ich bin nämlich nach wie vor opfer der chinesischen internetzensur, die mich nicht auf meinen blog zugreifen lässt. normalerweise umgehe ich das mit einem speziellen programm, das aber seit drei tagen zicken macht und mir spontan den browser zum absturz bringt. woran das genau liegt, weiß ich nicht, ich hoffe, dass es nicht an den chinesen liegt, sonst bin ich gearscht, weil ichs dann bestimmt nicht mehr zum laufen kriege. vielleicht hilft aber auch einfach eine neuinstallation, mal sehen.

ich hoffe - gerade wegen der auftretenden probleme - dass meine eigene website spätestens nächstes wochenende fertig wird, sodass ich euch in zukunft von dort berichten kann und die bereits online-gestellten einträge rüberziehen kann. in diesem sinne einen gruß an meinen persönlichen helden: gib alles!

aber zurück zu peking: vor drei tagen habe ich mich in die masse der radfahrenden chinesen eingereiht und mir einen drahtesel zugelegt. für 15€ erstand ich im universitären fahrradladen ein knallrotes damenrad. wahrscheinlich habe ich noch zuviel bezahlt, aber weiter konnte ich den preis nicht mehr drücken. wenigstens ist es neu, kette und rahmen sehen gut aus, die reifen haben luft und klappernde schutzbleche gehören in china wohl einfach dazu. seitdem begebe ich mich also jeden morgen auf den weg zur uni und in lebensgefahr. es gibt zwar radwege, die werden aber auch wirklich von allem genutzt, was räder hat. autos, laster, mopeds, roller, dreiräder und so weiter. besonders vor taxen muss man sich in acht nehmen: zeit ist geld und je schneller sie einen fahrgast ans ziel beförden, desto schneller können sie den nächsten bedienen. deshalb rasen die auch wie gesengte säue, fahrspur halten ist eine unbekannte kunst und verkehrsregeln scheinen sowieso nicht zu existieren.
auch kreuzungen sind gefährlich, es wird nämlich grundsätzlich rechst abgebogen. egal ob grade rot oder grün ist. bei verkehrsteilnahme hilft also nur erhöhte aufmerksamkeit gepaart mit einem guten stückchen glück. aber bisher lebe ich noch und die fahrradsaison ist eh eine kurze: im sommer ist es einfach zu heiß und zu versmogt, da sollte sport möglichst vermieden werden.
denn genau das ist es: sport. zwar ist mein "schulweg" eben, allerdings hat das rad keine gangschaltung und per se eine furchtbar schlechte übersetzung. man muss also strampeln wie blöde, dazu kommt dann noch die tatsache, dass es wohl keine europäischen körpermaßen kompatiblen räder gibt. ich bin echt nicht großgewachsen, der sattel ist auf höchster höhe aber meine beine lassen sich immer noch nicht annähernd ausstrecken.

trotzdem, ich bin stolz drauf. falls ich heute nochmal das haus verlassen sollte, mach ich auch noch ein foto. euch einen schönen samstag!

Dienstag, 16. März 2010

fotos part 4: tian'anmen

auf dem tian'an men: das denkmal der helden der volksrepublik.



das mausoleum maos. es ist direkt gegenüber dem eingang des gugong gelegen, an dem auch groß sein konterfei prangt. im grunde schaut er sich also seine eigene gedenkstätte an. im hintergrund könnt ihr vielleicht eine elektrotafel mit grünen zeichen darauf erkennen. wenn ich das richtig verstanden habe, wird gerade restauriert und man kann daher nicht wie sonst dem chairman einen besuch abstatten. für mich als bösen westler stellt sich allerdings die frage, was da gerade restauriert wird...



blick auf den gugong, die ehemalige kaiserresidenz, auch als verbotene stadt bekannt. jetzt hängt über dem mittleren eingang, den nur der kaiser benutzen durfte, das bildnis maos. und kaiser findet man in der verbotenen stadt auch nicht mehr, dafür sehr viele touristen. angeblich braucht man drei tage, bis man alles abgelaufen hat; die mühe werden wir uns aber definitiv machen, sobald das wetter wieder etwas wärmer ist.



blick vom eingang der verbotenen stadt auf den tian'anmen, im hintergrund das heldendenkmal. und ein bisschen smog.



der eingang zur verbotenen stadt aus der nähe. rechts und links und damit nicht auf dem bild zu sehen sind feste tribünen erbaut worden, von denen aus paraden abgenommen werden. jedenfalls ist das meine interpretation, ich denke nicht, dass die früher schon da waren.

Montag, 15. März 2010

the peoples republic of plastics: chinesische verpackungsmentalität

eine wunderschönen guten abend!

ich weiß, ich wollte gestern noch posten, allerdings saß ich ne ewigkeit an diesem blöden aufsatz. ehrlich, das ding macht mich fertig und ich bin immer noch nicht zuende damit, erst zwei drittel geschafft und mit denen auch noch unzufrieden. das hört sich nicht so verbuchst chinesisch an, wie es sollte. ich hänge viel zu sehr in der deutschen grammatik fest und kann mir nicht vorstellen dass mein schriftliches erzeugnis bisher den anforderungen genügt. ausserdem wird die zeit langsam knapp, am freitag soll der aufsatz fertig sein, heute abend muss ich mich noch auf die richtig harten kurse des morgigen tages vorbereiten, morgen hab ich uni bis in die abendstunden, übermorgen abend fällt auch weg, weil wir in die pekingoper gehen und donnerstag ist dann halt schon wieder ein fall von "auf den letzten drücker".
chinesisch ist irgendwie ne sprache, bei der man von jeder vokabel die grammatischen eigenschaften sowie die genaue verwendung kennen muss. und für einen aufsatz über ein thema abseits des unterrichtsgeschehens weiß ich da definitiv zu wenig von.

ansonsten: ich saß heute in einem chinesischen seminar mit einer lehrerin, die relativ schnell und relativ kompliziert unterrichtet. letzte woche habe ich nur bahnhof verstanden, dieses mal schon gute 95%. leider hat die hälfte meiner kollegen das seminar gleich nach der ersten stunde geschmissen, weswegen der fortbestand gefährdet ist. ich fänds schade, wenn gerade eines der wenigen seminare über kultur wegfallen würde, also muss zur not der aufstand geprobt werden. in würzburg hieß es noch, dass man für belegte seminare verpflichtet ist, jetzt kann man sie auf einmal abwählen. also ich weiß nicht...jedenfalls seh ichs nicht ein, dass andere leute ihre seminararbeiten auf meinem rücken austragen können. das ist sehr schlecht geregelt vom eccs. außerdem: liebe leute, wir sind an der uni, is doch klar dass seminare kein kindergarten sind. wenn ichs leicht haben will, darf ich nicht studieren, jedenfalls nicht chinesisch.

apropos chinesisch: in besagtem seminar wurde uns heute versichert, dass leute, die diese sprache lernen 更聪明 (klüger) sind als studenten anderer sprach- und fachrichtungen. angeblich liegt das daran, dass der spezielle charakter von schrift und sprache das ganze gehirn beansprucht und zu höherer aktivität anregt. nachdem es sich um eine chinesische lehrerin handelt, bin ich nicht ganz so sicher, ob das nicht einem propagandistisch ausgerichteten bericht des chinesischen bildungsministeriums entnommen ist. wenn chinesisch wirklich schlauer macht, umso besser. wenn nicht: wir sind hirnleistungstechnisch auch ohne sprachenbooster ganz gut bestückt, glaub ich.

und um wieder ein bisschen von meinem sinophilen höhenflug auf den boden der realität zurückzukommen: es gibt, neben dem gespucke und der fürchterlichen enge in öffentlichen verkehrsmitteln, eine weitere sache die mich unglaublich nervt. nein, nicht die toiletten, obwohl ich auch dazu später noch einen kleinen absatz schreiben werde. ich spreche vom verpackungswahn chinesischer firmen. vor etwa einer woche habe ich eine packung kekse gekauft. nettes äußeres und für china im bereich zwischen mittelmaß und luxus gelegener preis ließen mich auf ein geschmackserlebnis in richtung deutscher standardkeks hoffen, denn die meisten chinesischen backwaren sind dank schrecklichen geschmackskombinationen (kirschkekse mit cheddar cheese...) oder überaromatisierung (schmeckt dann zb. nach kokos mit einen großen anteil an wc fresh) schlicht ungenießbar. ich öffne also gestern die schachtel und mir schwillt der kamm: jeder einezelne keks einzeln verpackt, so wie die glückskekse im chinarestaurant. zehn schoko-rosinen-cookies produzieren eine halbe tüte plastikmüll. und dann waren sie nicht mal gut. weich und labbrig, der teig zwar genießbar aber die schokolade, na klar, zur hälfte künstliches aroma.

kekse sind nicht das einzige, was müllberge produziert. kauft ne packung klopapier, macht sie auf und ihr werdet sehen, dass jede rolle nochmal einzeln eingeschweißt ist. bei joghurt wird in der regel noch ein kleiner plastiklöffel mitgeliefert. und so ist es mit fast allem. wir bringen täglich zwei tüten abfall zur tonne, vermeiden lässt sich das nicht. es gibt übrigens keine mülltrennung in unserem haus, also geh ich davon aus, dass auch andernorts nicht sortiert wird. bei knapp 1,5 milliarden menschen..öhm...

und wo wir gerade beim klopapier waren: es ist schon erstaunlich, was ein drei-mädels-haushalt selbst bei sparsamen gebrauchs desselben verbraucht. daheim ist mir das nie so aufgefallen; runter von der rolle, abgewischt, rein ins klo, abspülen, fertig. aus den augen, aus dem sinn. hier geht das nicht. die chinesischen rohrleitungen lassen in den meisten fällen den zellstoffeinwurf nicht zu. selbst kleinste mengen resultieren in stundenlangem gepümpel. deshalb haben wir einen klopapiereimer, in den das papier nach benutzung geworfen wird. egal, was damit beseitigt wurde. klingt eklig, aber nach einer woche hat man sich daran gewöhnt. wir bringen das auch täglich weg, eine halbe tüte kommt an einem tag schon zusammen. ziemlich viel, oder?
wir haben mit unserem rohr und der spülleistung übrigens noch glück. ich pümpel in meiner eigenschaft als toilettenexpertin der wg so einmal die woche, weil es verstopft ist. in der wg meines kollegen s. sind sie dagegen ziemlich arm dran. ist das geschäft zu groß, muss es vor dem abspülen auf rohrkompatible portionen verkleinert werden. zu diesem behufe steckt neben der klobürste ein satz essstäbchen.

so, jetzt könnt ihr wenn ihr wollt euren luxusklosetts kurz eine stille würdigungsminute widmen. ich verabschiede mich - ohne den tian'anmen noch geschafft zu haben (morgen!!!) - zurück zu meinem aufsatz. bis demnächst also!

Sonntag, 14. März 2010

zwei wochen geschafft: eine erste bilanz

die ersten zwei wochen sind vorüber und es ist an der zeit, ein erstes resümee zu ziehen.
die eingewöhnungsphase habe ich gut überstanden, glaub ich. der jetlag ist verflogen, meiner verdauung gehts überraschend gut und bis jetzt hatte ich trotz des sehr wechselhaften pekinger wetters noch keine erkältung. die atemwege spielen auch noch mit, aber da wir noch keinen wirklich dicken smog hatten, verwundert mich das nicht weiter.
das unileben ist gewöhnungsbedürftig. alles ist bis ins kleinste geregelt und erinnert im ablauf eher an die guten alten schulzeiten. fehlen geht mal gar nicht, es sei denn, man ist plötzlich verstorben. gleiches gilt für zu spät kommen, wenn einem nicht wirklich ein bein fehlt, wird es nicht geduldet. im gegensatz zu würzburg, wo man mal einfach nicht zur uni geht, wenn man nachts zu lange weg war, quälen sich also trotzdem alle pauschal zum unterricht.
der ist nicht, wie anfangs befürchtet, rein frontal gehalten, sodass man nach einer viertelstunde wegnickt, rege mitarbeit ist gefragt. und wider erwarten verstehe ich auch alles, obwohl die unterrichtssprache chinesisch ist. deutsch ist im klassenzimmer verpönt, einige lehrer werden sogar richtig fuchsig, wenn wir in unserer muttersprache kommunizieren.
so richtig viel gesehen von peking haben wir noch nicht. gestern sind wir zum tian'anmen gefahren, aber dazu später. ich denke, der touristische teil unseres aufenthaltes wird kommen, sobald das wetter mitspielt.
das ist auch der einzige kritikpunkt bis jetzt. das wetter spielt verrückt, an einem tag sonnenschein und milde temperaturen (gestern), am anderen eisig kalt, fast stürmisch und dichtes schneetreiben bei temperaturen um den gefrierpunkt. also meistens darunter (heute).
hat den vorteil, dass man gar keine lust hat, die geheizte wohnung zu verlassen und sich mangels anderer aktivitäten der gründlichen vorbereitung auf den unterricht der nächsten woche widmet; beispielsweise dem bericht über die würzburger uni, der natürlich auf chinesisch verfasst sein soll oder der flut an vokabeln, die es jede woche zu bewältigen gilt.
highlight für uns alle war bisher - natürlich - die chinesische küche. das ist einfach unglaublich lecker, was die so kochen. ich werde bestimmt etwas schwerer zurückkommen als ich aufgebrochen bin. wobei ich mir durchaus vorstellen könnte, länger zu bleiben als ein halbes jahr....

wenn ich meinen bericht heute abend fertig habe, werde ich euch noch vom tian'anmen erzählen, inklusive fotos, versteht sich. aber wirklich erst heute abend, ich muss mal mit den arbeitsvermeidungsstrategien zu ende kommen und dieses monster an schriftlicher produktion hinrotzen. bis dahin einen erholsamen sonntag!

Samstag, 13. März 2010

bilder part 3

Eines unserer klassenzimmer: spartanisch und ungeheizt. dafür kann allerdings in familiärer atmosphäre gekuschelt werden.



der eingang zum siyuan, unserem unterrichtsgebäude. ist im sommer wirklich hübsch. im winter allerdings ziemlich frostig.



das westtor der peking university. wie unser unterrichtsgebäude auch im antiken stil gehalten. nebenan liegt gleich der ehemalige sommerpalast, ein lohnendes ausflugziel bei wärmeren temperaturen. das osttor, durch das wir normalerweise das unigelände betreten, ist moderner. die wachen davor sind übrigens standard. ihre aufgabe ist es, verdächtigen personen den einlass zu verwehren und dafür zu sorgen, dass die, die schließlich das gelände betreten, dies auch auf der richtigen seite der strasse tun:)



auf dem campus gibt es unzählige mensen, die essen nach verschiedenen schwerpunkten servieren, so zb. eine baozimensa, eine für suppen, eine für nudeln etc. das fotos stammt aus der nudelmensa, wo es nochmal für jede nudelart, einen eigenen schalter gibt, an dem diese nudelsorte dann in verschiedenen variationen serviert wird. auch wenns auf dem bild komisch aussieht: es ist durchgehend sehr lecker!



leckerer snack am abend 2 (oder auch zu jeder anderen tageszeit): tanghulu.
das sind auf einen spieß gesteckte, mit karamellisiertem zucker überzogene früchte. tanghulu gibt es in zig verschiedenen variationen mit allen möglichen fruchtsorten. und mit tomaten. meine lieblingssorte, die auch auf dem bild zu sehen ist, ist der spieß mit weißdornfrüchten. die sind säuerlich und recht fest, im kontrast zum süßen zuckerüberzug eine ode an den gaumen!

Donnerstag, 11. März 2010

bemerkenswertes: kurztrickfilm aus china

你们好!

ich bin ja relativ skeptisch, was fernsehen angeht. schaltet man in deutschland die flimmerkiste ein, kann man sich bei den meisten sendern darauf einstellen, eine menge gesunder gehirnzellen durch bodenlosen schwachsinn weggefressen zu bekommen. gut, es gibt ausnahmen, auf arte und einigen nachrichtensendern laufen ab und zu recht interessante produktionen, ansonsten ist das deutsche fernsehprogramm allerdings meistens müll. und ja, auch das öffentlich-rechtliche, für das frecherweise auch noch gebühren verlangt werden. würde man nach qualität aussortieren, bliebe auch auf diesen sendern nur die tagesschau vom rausschmiss verschont.

wer nun meint, es könnte nicht mehr schlimmer kommen, sieht sich nach seiner ankunft in china relativ fassungslos. ich meine, was haben wir nicht alles gehört: zensierte nachrichten und mehr oder weniger offensichtliche propaganda.
leider stimmt das irgendwo. so ist zum beispiel das lied des tages ein von einem opernsänger in lächerlichen kostümen geschmettertes 红红火火大中国, frei übersetzt soviel wie feuerrotes, feuerrotes großes china. unterlegt mit technobeats natürlich. ansonsten findet man allerlei soaps, die in ihrer ausstaffierung grau und billig wirken und in denen es meist um die klassische periode chinas (mit hübschen glitzernden kostümchen), die leiden der soldaten aus maos armee oder die leiden der einfachen bevölkerung geht. immer verknüpft mit vielen tränenreichen szenen, versteht sich.
des weiteren unterscheidet sich chinesisches fernsehen nicht sonderlich von unserem deutschen: übergewichtige mädchen treten gegen anorektische jungs an, beide parteien machen sich lächerlich. untalentierte leute stehen auf großen bühnen und geben vokaldiarrhoe zum besten, ewig faltenfreie aliens lesen die inlandsnachrichten (und nur die, es sei denn, irgendetwas hat mit china zu tun).

wie erfreut waren da heute abend meine müden augen, als ich in einer kindersendung!! (ihr werdet bald sehen, warum die ausrufezeichen da stehen) ein wahres kleinod an kunst entdeckt habe. die ganze sendung drehte sich um dinge, die 一个人, also ein einzelner mensch geschaffen hat. nach mehreren musikvideo-ausschnitten wurde dann ein zeichentrickfilm gezeigt. ich will da gar nicht viel darüber erzählen, schaut ihn euch einfach selbst an. ihr müsst nicht mal chinesisch können:-)

das laden kann dauern, sind 16 minuten film, aber die zeit lohnt sich. hier ist der link:


viel spass dabei und einen schönen abend.

Sonntag, 7. März 2010

das wort zum sonntag 2

ein fauler sonntag hat für mich vor einigen stunden begonnen, obwohl wir gestern zwar etwas trinken gegangen sind, aber schon sehr früh wieder die drei minuten bis nach hause gelaufen sind, da einigen von uns die freitägliche geburtstagsfeier noch arg in den knochen (oder köpfen) steckte, bin ich dennoch erst um eins mittags aus dem bett gekommen. ich bin nämlich noch über mischkas nintendo ds versumpft und versuche seitdem, mit professor layton lustige rätsel zu lösen. das spiel is echt gut, also wenn euch mal langweilig ist....

was ich eigentlich erzählen wollte, ist etwas anderes. wenn wir als europäer hier in peking weggehen, in ein restaurant oder eine bar, kommt es uns oft so vor, als wären wir nicht gerne gesehen. fest machen lässt sich das an unfreundlicher bis überhaupt keiner bedienung, so auch gestern im lush. halbe stunde rumsitzen, bis auf anfrage endlich mal ein kellner kam. und auch im weiteren verlauf des abends wurden wir mehr oder weniger erfolgreich ignoriert.
die gastronomische mentalität ist definitiv mit der deutschen nicht vergleichbar. dass es hier üblich ist, laut fuuuuwuuuuyuaaaaan (heißt soviel wie angstellter) durch den raum zu plärren, wenn man was haben will, es einem nicht schnell genug geht oder sonstwas ist, war mir schon klar. dass aber auch nach lautem gebrüll und gefuchtel nichts passiert, ein novum.
meine kollegen hatten auch neulich beim essengehen ein erlebnis der anderen art: als ausländer durften sie nicht sitzen, wo sie wollten, sondern wurden in einen von anderen gästen nicht einsehbaren teil des lokals geschickt. sehr seltsam, wenn man sich die changchuner clubbesitzer anguckt, die geradezu mit unserer anwesenheit geprahlt haben.
alles in allem ist zu sagen, dass die menschen in peking deutlich weniger herzlich sind als in changchun. das liegt womöglich daran, dass peking weit mehr verwestlicht ist als die hauptstadt der provinz jilin. scheinbar hat sich damit auch in den köpfen vieler chinesen das europäische muffeltum festgesetzt. schade eigentlich.

nunja. außerdem: es ist definitiv nicht ratsam, beim kauf von körperlotion nur auf die schönheit und das frische-suggerierende äußere zu achten. ich habe noch daheim eine körperlotion von dove mit gurke und grünem tee erstanden, in einer frühlingshaft hellgrünen packung. riecht gut, macht gute haut, allerdings ists nicht für den winter geeignet, da man sich hinterher fühlt, als hätte ein foltermeister einen ganzen liter eukalyptusöl über einen geschüttet. ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber bei relativ klammen temperaturen möchte ich nicht auch noch hautkühlung.
wenn ich nicht so angst vor den bleichmittelgeschwängerten chinesischen produkten hätte (weiße haut gilt als schön und es ist ziemlich schwierig, beispielsweise handcreme ohne bleiche zu finden...) würde ich mir glatt eine andere kaufen.

und einen kleinen erfolg habe ich auch noch zu vermelden: so langsam aber sicher höre ich mich wieder in die sprache ein. unser unterricht ist komplett auf chinesisch, lediglich daheim in der wg wird deutsch geredet. ich merke, dass das hilft, sätze kommen schon mit viel weniger überlegung und deutlich besseren tönen über meine lippen. gebt mir noch nen monat und ich rede wie ein wasserfall!

in diesem sinne, bis zum nächsten mal!

Samstag, 6. März 2010

fotos part 2

überfall durch nette mitbewohnerin noch vor ordnungsgemäßer beendigung meines jetlagbedingten täglichen mittagsschlafes...



mein drittel der warmmiete für die ersten drei monate. da blutet das kapitalistenherz, glaubts mir...



morgendlicher blick aus meinem fenster. ich hab da einen verkehrstechnisch beruhigten moment erwischt, sonst ist da deutlich mehr los. und vielleicht könnt ihr ja sogar ein bisschen smog sehen.



abendlicher snack: getrockneter, in feine streifen geschnittener fisch. salzig, zäh, geruchsintensiv, aber irgendwie sehr lecker und konzentrationsfördernd. nach öffnen der packung wird lagerung in schublade des schreibtisches nicht empfohlen....

unser neuer himmel

was macht der frisch in china angekommene durchschnittseuropäer an seinem ersten freien samstag? spät aufstehen, ja, richtig. alkohol abbauen, auch richtig. den mc chicken vom letzten abend in der microwelle aufwärmen und zum frühstück verspeisen, wie wahr.
aber etwas fehlt noch. der durchschnittsdeutsche öffnet die augen, guckt sich verkatert die leeren wände seines zimmers an, findet den anblick unglaublich deprimierend und hat plötzlich eine vision, eine vision von einer heilsbringenden, gelbblauen religion aus dem hohen norden, deren einziges ziel ist, das leben ihrer anhänger so angenehm wie möglich zu gestalten. von frischer energie und der hoffnung auf erlösung beseelt, hüpft er sodann aus der bettstatt um im www nach glaubenstempeln in seiner nähe zu suchen; und siehe, nicht allzu weit entfernt ist auch schon der nächste.
man hängt sich also ans telefon, missioniert noch eben schnell sämtliche freunde auf seiner kontaktliste und macht sich nach einer rituellen reinigung unter einer halbwegs kalten dusche auf, die erleuchtung zu erlangen, im blick die annehmlichkeiten einer ordentlichen schreibtischlampe, damit die abendliche glaubenslektüre leichter fällt und im sinn der erwerb motivationsstärkender wandbehänge.
nicht zu vergessen das heilige abendmahl. lecker köttbullar. schwedische kekse. hotdogs.
IKEA, wir kommen....

Freitag, 5. März 2010

müdes intermezzo

einen wunderschönen nachmittag zusammen.

seit etwa drei stunden hat mein wochenende begonnen, das erste wirklich freie hier in peking. letztes war ja geprägt von ankunftsstress, neuorganisation und einführungsveranstaltungen.

ich kanns auch wirklich brauchen, obwohl wir eigentlich nicht so lange uni haben, bin ich doch jedes mal ziemlich fertig danach, weil der unterricht sehr intensiv ist und keinen studentischen sekundenschlaf erlaubt.

jedenfalls, was ist hier so passiert in der letzten woche:
ich hatte eigentlich gehofft, es euch ersparen zu können, aber ich muss mal wieder eine klogeschichte loswerden. gleich am abend des ersten tages, war unseres verstopft. natürlich hatten wir mal wieder keine klopumpe im haus, also musste alles was raus wollte, etwas länger drinbehalten werden. geschäfte hatten auch schon zu, unsere verehrten komilitonen aus dem dritten stock waren auch nicht daheim. als wir uns nach einer aufgeblähten nacht endlich den pümpel leihen konnten, stand ich dann ne dreiviertelstunde über die schüssel gebeugt und hab erstmal den dreck unserer vorgänger das rohr runtergpümpelt, die spülung frisiert und siehe da, alles ging. nur bei mir nicht. vier tage böse verstopfung, die sich dann leider ausgerechnet beim üppigen willkommensessen urplötzlich aufgelöst hat. statt im luxuriösen speiseraum hockte ich über einem chinesischen klo. schlecht war mir auch. und seitdem...laduzi.
nicht, dass ich nicht damit gerechnet hätte, es eh zu kriegen, aber erstens bin ich neben sascha wieder die einzige betroffene, zweitens ist es nervig und unangenehm und hindert mich am feiern, und drittens hätte ich mir das geld für die verdammten perenterol sparen können.

was weiter: vielleicht das wetter. heute ist ein relativ smogfreier tag, was wohl hauptsächlich an dem sehr starken wind liegt, der mit eiseskälte durch sämtliche zwiebel-look-kleidungsschichten bläst. wirklich, es ist schweinekalt und ich habe mir die anschaffung einer daunenjacke überlegt. dafür scheint heute mal die sonne und man kann sie sogar sehen!
glücklicherweise ist unsere wohnung inzwischen schön warm, der gasvorrat ist aufgefüllt und entgegen unserer befürchtungen kann unsere heizung nicht zentral abgestellt werden. wir werden also wenigstens zuhause einen warmen hintern haben.

in den klassenzimmern der uni sieht das leider größtenteils anders aus. nach einer doppelstunde ist man komplett durchgefroren und die mobilen heizkörper bringen nicht wirklich besserung. das mindert meine begeisterung für eine der besten universitäten chinas, die über den schönsten campus überhaupt verfügt, ein ganz kleines bisschen.
fotos davon gibts heute doch nicht, ich habe meine hände lieber in der jackentasche gelassen.

für jetzt wars das auch. ich will ne runde schlafen, irgendwie hab ich immer noch jetlag, punkt 16 h unserer zeit kann ich die augen immer kaum noch offen halten.
aber bevor ich schlafen gehe, möchte ich an dieser stelle erst noch meinen ersten regelmäßigen leser begrüßen: herzlich willkommen und schön dass du da bist!
ich weiß, dass ich einige freunde und bekannte habe, die ab und zu mal reinschauen, aber zu faul sind, sich anzumelden oder kommentare zu schreiben:)
nehmt euch ein beispiel :D
naja, hauptsache, ihr schaut vorbei...

so, jetzt hoffentlich bis bald und einen schönen tag euch allen!


Mittwoch, 3. März 2010

fotos part 1

hallo zusammen!
wie versprochen die ersten bilder. ich fange mal mit unserer bude hier an, damit ihr euch einen eindruck machen könnt.


unser bad. leicht altertümlich, immerhin funktioniert inzwischen die spülung. was ihr nicht seht, ist die dusche links. ist aber auch nicht spektakulär, duschkopf mit schlauch und halterung an der wand. keine abtrennung. kein vorhang. spartanisch, aber geht.


das ist die küche. die war überraschend sauber als wir ankamen. alter boiler für heizung und warmwasser, gasherd und drei von uns gekaufte schüsseln, die neben drei plastiktassen, drei metallöffeln und sechs paar stäbchen unser ganzes geschirr darstellen.


unser wohnzimmer mit tür zum balkon. super zum gammeln bei bier, baozi und fernsehen, wenn man denn nach der uni zeit hat. wir sind sehr stolz darauf.


und last but not least mein zimmer. schreibtisch, stuhl, zwei schränke, die man rechts und links grad nicht sieht, seltsamerweise ein doppelbett. eigentlich gar nicht so schlecht, oder?


das ist dann also unsere wohnung. für peking und vor allem für studenten ziemlicher luxus. wir sind auch sehr zufrieden damit. die nächsten werden dann von der beida sein, wenn ich mal drandenke und meine kamera mitnehme. heute abend gibts dann noch einen weiteren eintrag, allerdings sollte ich erstmal lernen. sonst gibts morgen grummelige lehrer und das würde ich gerne vermeiden. also, bis später.

Montag, 1. März 2010

ich bin ein beijing"er"

meine verehrte leserschaft, ich bin sehr stolz, euch heute den ersten eintrag aus peking vorlegen zu können.
mein flug ging am freitag und seit gestern mittag bin ich nun also in peking heimisch.
zum flug selbst gibts nicht viel zu sagen: relativ öde, nachdem der start erstmal vorbei war und wie immer viel zu lang. und die tatsache, dass ich den start als aufregend empfinde, hängt nur mit meiner flugangst zusammen, die mich auch dieses mal in embryonalstellung zusammengekauert in meinen sitz zwang. wir hatte heftige turbulenzen, da das wetter in frankfurt ziemlich stürmisch war. ich muss wohl ein sehr mitleiderregendes bild abgegeben haben, denn eine sehr nette junge chinesin bot mir an, meine hand zu halten. ich glaub, sie wird das nie wieder tun, die male meiner nägel werden sie noch ein, zwei tage an die hasenfüßige deutsche erinnern.
der ret des fluges war dann unspektakulär, trotzdem habe ich die nacht über kein auge zugetan. dass man gleich in peking ist, merkt man schon im flieger, denn kaum erreicht man das einzugsgebiet dieser stadt, wechseln die wolken die farbe. von watteweiß zu einem schmutzigen gelbbraungrau. smog. der ist beim aussteigen auch gleich olfaktorisch erfassbar, peking stinkt nach staub und abgasen. eine ungelüftete stadt quasi, trotz des starken windes, der im moment geht und eigentlich den dreck mal forttragen sollte. für pekinger verhältnisse soll die luft aber angeblich ziemlich gut sein. der naturverwöhnte mitteleuropäer freut sich da auf den sommer, wenn man dank des ganzen smogs keine 50m sicht hat.
in peking wurden wir von abgesandten der uni abgeholt, zu unseren wohnungen gekarrt und mit den vermietern zusammengebracht. unsere ist eine ziemlich junge frau, die wir zhuzhu nennen dürfen. sie ist sehr nett, hilfsbereit und definitiv empfänglich für bestechungsversuche mittels schokolade.
einziger wermutstropfen: im endeffekt ist doch alles noch teurer als gedacht, da die stadtwerke elektrizität und gas nur gegen vorauskasse liefern. mit miete für drei monate, kaution, halbem jahr internet, gas, strom werden bis in einer woche nochmal knapp 900€ fällig.
aber was solls. dafür ist unsere wohnung toll. drei zimmer, ein wohnzimmer, küche und bad. die küche ist für europäische verhältnisse etwas abgewrackt, ein altertümlicher boiler, der für warmwasser und heizung zuständig ist, hängt an der wand, ein gasherd, der den raum permanent mit gasgeruch erfüllt dient als kochstätte. ausserdem haben wir eine relativ neue mikrowelle und einen großen kühlschrank. wegen des gasgeruchs ist uns dreien nicht ganz wohl, aber da das küchenfenster undicht ist - zum glück als einziges - kann die luft gut zirkulieren und die bude wird uns hoffentlich nicht irgendwann um die ohren fliegen.
unser bad ist auch deutlich unter europäischem standard, aber wenigstens mit sitzklo. die dusche hängt ohne abtrennung oder duschvorhang mitten im raum, in einer ecke steht eine waschmaschine, die wie in china üblich, nur kalt wäscht. vielleicht ist deshalb das chinesische waschmittel deutlich aggressiver als unseres.
das wohnzimmer ist nett: eine abgewetzte couch, davor ein glastischchen, gegenüber ein fernseher und eine vitrine, in der ecke ein großer glastisch mit vier stühlen, der wohl als essecke gedacht ist. vom wohnzimmer aus kann man unseren relativ großen balkon betreten, der komplett verglast und verfliegengittert ist und zu strasse hinauszeigt.
dann wären da noch unsere zimmer; drei an der zahl, alle ungefähr ähnlich eingerichtet, ich stelle noch bilder von meinem ein, damit ihr es euch vorstellen könnt.
im großen und ganzen ist die wohnung toll, für pekinger verhältnisse riesig und luxuriös. wenn man ein bisschen was an küche und bad modernisiert sowie die wände streicht, könnte man eich echtes schmuckstück daraus basteln. also ich fühle mich wohl.
zur uni laufen wir zu fuß etwa 20 minuten, nicht so kurz wie anfangs gedacht aber auch nicht so lang wie später befürchtet. einkaufsmöglichkeiten, banken, restaurants, essenstände, friseure und andere dienstleistungen sind alle unter fünf gehminuten zu erreichen. die bushaltestelle liegt auch nahebei.

an der uni waren wir heute schon im zuge einer einführung, fotos und beschreibung gibts dann morgen, sonst wird das ein ewiger text.

ein paar nette erlebnisse hatten wir auch schon. gestern abend waren wir dann noch das notwendigste für die wg einkaufen. klobürste, geschirr, putzzeug, bodenwischer, bettwäsche (die, die wir mitgebracht haben passt nicht, weil es alles doppelbetten sind und auch breitere decken als bei uns). nach einer ewigen tour auf der jagd nach den billigsten decken und kissen und anderen sachen hatten wir dann sehr viel zeug zusammen, wollten das natürlich nicht schleppen. also dachten wir uns, wir leihen einfach kurz den einkaufswagen aus, schließlich wohnen wir ja direkt gegenüber des supermarktes. leider war dieser bewacht. wir standen auf dem gehweg, als ein wächter angerannt kam und den wagen zurückforderte. zum glück war er sehr nett und hatte verständnis für unsere situation, den wagen durften wir allerdings trotzdem nicht behalten, so dass wir ächzend unsere tausend tüten per hand in die wohnung schleppen mussten.

Freitag, 26. Februar 2010

es geht los!

hallo zusammen und willkommen zu meinem letzten eintrag aus good old germany.
mein letzter abend zuhause ist angebrochen.
die letzten einkäufe sind erledigt, die wäsche wurde wie durch ein wunder doch noch fertig und meine koffer und taschen stehen gepackt und bereit zum verladen im zimmer. das ist es also. ich kann euch sagen dass ich verdammt nervös bin. außerdem stolz auf mich, weil ich dieses mal deutlich organisierter an die sache rangegangen bin und dann auch alles fabelhaft geklappt hat. und natürlich voll von abschiedsschmerz, der sich mit einem kleinen bisschen vorfreude mischt, was zusammengenommen ein ziemlich seltsames gefühl ergibt.
morgen am flughafen werd ich heulen wie ein schlosshund. eine halbe stunde später meine nägel wieder in olgas handfläche graben, weil ich angst habe. total genervt vom fliegen sein. ewig müde in peking ankommen.
und ja, ich weiß auch nicht. im grunde gibt es für heute nichts mehr zu sagen. ich fühle mich absolut seltsam. belassen wirs dabei.
ich wünsche allen ein gutes wochenende und sende auf diesem wege einen besonders lieben gruß an alle, die ich nicht mehr gesehen habe.
bis hoffentlich in ein paar tagen.

Sonntag, 21. Februar 2010

mein verhinderter gammelnachmittag

Noch sechs tage, dann bin ich in peking. im angesicht meines wahrscheinlich letzten wirklich freien nachmittages dachte ich mir, ich zocke mal wieder; mein freund hatte mir fable 1 empfohlen. gestern abend hab ichs kurz angespielt. nach etwa einer stunde rumgehüpfe in der welt von albion plötzlich ein standbild, ein zischen und der pc schaltete sich selbst aus.
die diagnose war relativ einfach, der überhitzungsschutz meiner grafikkarte oder des prozessors, was weiß ich, mischka hat mir das genau erklärt, aber techniklaie wie ich bin...naja.
is eigentlich auch kein wunder, das ding ist uralt. mein persönlicher held meinte auch, es wäre kein problem, lüfter entstauben, leitpaste erneuern und ab gehts, er kümmert sich gleich morgen darum.
nach einem wirklich sehr späten frühstück (wir schaffen es inzwischen, synchron sämtliche notfallwecker auszuschalten auch ohne dabei aufzuwachen) gings dann auch gleich zur sache: aufschrauben, ausbauen, aussagen, leitpaste drauf, zusammenbauen, zuklappen, neustarten und hoffen.
die hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, in diesem falle gings bei uns allerdings recht schnell. zwar startet der pc, jedoch bekomme ich keine anzeige. die üblichen verdächtigen könnten wir schnell ausschließen; alle kabel sind eingesteckt (es fühlte sich übrigens verdammt gut an, auch mal einen mann mit solcherlei vermutungen nerven zu können...), wir haben bei der operation auch keine bauteile vergessen. scheinbar ist gnaz heimlich, still und leise mein dinosaurier von grafikkarte abgeraucht.
jetzt ist er zu nem kumpel gefahren, um sich ersatz zu besorgen und für einen letzten test, obs wirklich daran liegt. nunja. rest in peace, ati radeon 9600 all-in-one-wonder series. du warst mir seit 2003 teure freundin und wegbegleiterin und ich werde dich sehr vermissen.

was macht man nun im angesicht eines plötzlich sinnfreien nachmittags, ohne fernsehen, olympische winterspiele und die flucht in die fantasiewelten eines netten rollenspiels...
als emanzipierte junge frau gehe ich die sache ganz pragmatisch an: erst mal fruststaubsauging, dann fruststaubwisching, wäschewasching und zuletzt die vorbereitung der leckeren hühnersuppe, nach der mir erkältungstechnisch schon lange ist. bügelwäsche habe ich auch noch genug. zumindest kann mir niemand vorwerfen, ich wüßte mich nicht zu beschäftigen.

grad isser heimgekommen. sein kumpel hat ihm equipment mitgegeben, da krieg ich als unbedarftes mädel große augen: ein monster von grafikkarte und ein wirklich hübsches shiny netzteil, das fast zu schade ist zum einbauen weil mans dann nicht sieht.
jetzt hoffe ich mal weiter. vielleicht ist zumindest die welt von albion noch zu retten.
euch einen schönen abend!

Freitag, 19. Februar 2010

letzter tag im hostel: schwerer kopf und schwermut

da sitze ich also, auf meinem rückenfreundlichen drehstuhl vor dem pc, um mich herum lärmen fünf niederländische familien, die wohl gerade aus dem skiurlaub zurückfahren, es sind immer noch nicht alle gäste da, aber seltsamerweise bin ich kein bisschen genervt.
heute ist mein endgültig letzter arbeitstag im hostel für die nächsten sieben monate, und nachdem ich seit ewigkeiten dabei bin und nur während des umbaus des hostels und meiner reise nach changchun zwangsweise ausgesetzt habe, fühlt sich das hier ein bisschen nach verlust an.
nicht nur, weil mir dieser job meinen lebensunterhalt garantiert, sondern auch, weil ich ganz oft ganz tolle, interessante menschen treffe, eine brise der großen weiten welt zugeweht bekomme, ohne selbst aus dem haus zu müssen, und nicht zuletzt weil ich ganz tolle chefs und kollegen habe.
ich werde die rasselbande echt vermissen.

soviel zum schwermütigen teil, nun soll noch der schwere kopf gewürdigt werden.
ich war ja wieder mal impfen. dieses mal polio und schweinegrippe. polio ist ganz problemlos, ich merke absolut nichts davon. ganz anders die schweinegrippe. dass mir der arm weh tun würde, hab ich mir schon gedacht. dass ich ihn gar nicht heben kann, nicht so unbedingt. aber was ich gar nicht wusste ist, dass man nach einer schweinegrippeimpfung die grippe scheinbar einmal im schnelldurchlauf überstehen muss, ehe man geimpft is.
gestern früh spritze, abends gliederschmerzen und temperatur, nachts hohes fieber (mein körper war weitaus wärmer als mischkas und das will echt was heißen!!!), nase zu, halsweh, hustenreiz. morgens dann noch kopfschmerzen und temperatur. und inzwischen ist bis auf den blöden schädel und den schmerz im arm alles verschwunden.
also wenn grippe immer so laufen würde, wär ich begeistert.

entgegen meinem letzten post bin ich mit der nadelei aber immer noch nicht zu ende. letzter termin (hoffentlich!) ist dienstag.
ich schleppe mich jetzt zu trockner und spülmaschine, die wollen geleert werden.
euch ein schönes wochenende.

Mittwoch, 17. Februar 2010

welcome to reality

wie es der titel schon sagt: langsam wirds realität, das mit peking. spätestens seit gestern abend, da habe ich nämlich mit meiner packliste angefangen. im grunde genommen schleppe ich 3/4 meiner kleidung mit nach china, gefühlte zwei tonnen elektrozubehör für handy, laptop, mp3-player; sowie eine halbe apotheke. man weiß ja nie, ganz sicher ist aber die ein oder andere erkältung und der obligatorische durchfall. dieses mal bin ich aber gerüstet: perenterol, tanacomp, immodium in massen. also eigentlich kann jetzt nix mehr passieren.
zusammen mit den impfstoffen für die letzte spritzenorgie morgen (obwohl ich die letzte noch nicht verdaut habe, ist mal wieder alles viiiiel zu kumuliert) habe ich vorhin gut 200 öcken in der apotheke gelassen und damit eine pta und ihre chefin sehr glücklich gemacht. ich hoffe allerdings, zumindest die impfungen von der kasse rückerstattet zu bekommen, abgesprochen war es jedenfalls; mal sehen, ob sie im zuge der kassenfinanzkrise zicken machen.
ist ein bisschen blöd dass ich nicht vor ort bin und das im zweifelsfalle regeln kann.
ich frag mich übrigens gerade, ob ich mit so vielen pillen und hustensäften überhaupt über die grenze komme. nicht dass die denken, ich will da einen professionellen handel damit aufziehen.
bis auf die hygieneartikel war das ganz nebenbei der letzte große anschaffungsposten, der hier in deutschland zu erwerben war. was dann noch kommt, ist miete für die wohnung in peking, die kaution, bücher und der erste zu überlebende monat dort.

mal ganz abgesehen vom grauen, das mich überfällt, wenn ich ans kofferpacken denke, ist der rest der verbliebenen zeit auch nicht sonderlich angenehm. nicht nur dass ich im moment nicht mehr arbeiten kann, um mich von dem ganzen stress abzulenken, ich habs auch noch geschafft, im letzten moment einen wirklich wichtigen menschen wirklich zu verärgern. meine freunde sind alle nochmal zu ihren familien nach hause gefahren. olga zieht heute aus ihrem wohnheim aus. also niemand da zum frustwegchillen.

wenigstens von mischka gibts halbwegs gute neuigkeiten: er hat von der uni einen job angeboten bekommen. das muss irgendwann noch gefeiert werden. also wenn ich wieder fit bin, heute siehts echt mau aus.

prüfungen sind übrigens alle vorbei und auch erfolgreich bestanden. wenigstens muss ich mir keine sorgen um eventuelle nachklausuren machen.

achja, @nina: danke für den versuch, is nicht schlimm, bin auch ohne gut über die zeit gekommen. das pfeiffersche ist auch fürs erste überstanden, ich bin zwar ewig müde, aber zumindest halbwegs leistungsfähig. da du nun ja leider auch im urlaub bist, werden wir uns vor peking wohl nicht mehr sehen. aber ich hoffe auf den september, wenn ich wieder da bin und den mob schwingen darf. ganz liebe grüße nach hause jedenfalls!

Samstag, 30. Januar 2010

das alter schlägt wieder mal zu....

oh leute....ich bin gearscht....am dienstag nach der nachtschicht in bett gegangen, durchgeschlafen und abends mit erkältungssymptomen aufgestanden. mittwoch frühs dann fieber. donnerstag fieber weg, dafür konnte ich nicht schlucken. freitag wieder fieber, leichter schüttelfrost, gliederschmerzen, böser hals. abends dann leichte nackensteifheit. ja, und heut kann ich mich kaum bewegen. mein oberkörper fühlt sich an wie aus stein. mir tut alles weh. kopf drehen kann ich vergessen. arme heben auch.
also entweder ist es das alter. oder ich habe mich böse verlegt. oooooder aber mir von gewissen nametlich hier nicht genannten leuten das pfeiffersche drüsenfieber eingefangen. aber hej.....rache is süß.....

Montag, 25. Januar 2010

support? sucks!

ich bin grummelig. das liegt heute an der sache mit meinem mp3 player. nachdem mir mischka gestern endlich zugestanden hat, im recht zu sein mit meiner ansicht, das ding sei kaputt, habe ich dem support-team ne mail geschickt. die antwort kam relativ schnell, bis dahin war auch alles gut. statt einer lösung meines problems wurde ich aber auf ein online-formular des technischen kundendienstes verwiesen. und ab da begann der frust langsam, sich in meine knochen zu fressen, denn was die alles wissen wollen, macht den hund in der pfanne verrückt. rechnungsnummer und seriennummer waren relativ schnell gefunden, auch wenn ich für die rechnung erstmal mein chaos in meiner ablage sortieren musste. hat zwei stunden gedauert, bis ich mich durch belege, kontoauszüge, quittungen, telefonrechnungen und ähnliches durchgewühlt hatte. okay, hat den vorteil dass jetzt alles geordnet und beschriftet ist. modellbezeichnung...hmmm....nach zwei weiteren stunden des surfens auf der creative-site hatte ich auch die. ja, und dann die firmware-version. woher zum teufel soll ich denn das wissen??? jedenfalls, ich hab dann einfach ins dafür vorgesehene feld eingegeben, dass ich sie nicht weiß. natürlich erst nach ein paar weiteren stunden erfolgloser suche auf einer chaotischen website, die immer genau die lösung nicht bietet, die ich für mein problem benötigen würde. das ganze formular hat mich gute sechs stunden arbeit gekostet. von den nerven, die dabei unwiderbringlich zugrunde gingen, gar nicht zu reden.
jetzt hoffe ich, dass meine angaben ausreichen, die mir schnell zurückschreiben und ich das ding noch einschicken kann. es vor peking noch zurückzubekommen ist anhand der bereits verstrichenen zeit wohl utopisch.

also, ihr lieben....die creative-website sucks. ihre problemlösungen auch. und ich bin musiklos. ganz zu schweigen von den bösen rückenschmerzen, die das kauern und brüten vor dem pc hinterlassen haben.

dann war heute vorletztes peking-vorbereitungstreffen. die pässe mit den visa verspäten sich mal wieder. dafür haben wir heute allerhand formulare unterschreiben dürfen. anerkennung der regeln der beida. versicherung, dass wir die wohnung die uns zugeteilt wurde, auch ganz sicher nehmen. bestätigungsformular fürs studentenwerk zwecks befeiung vom würzburger studienbeitrag.
zumindest provisorische stundenpläne wurden auch ausgeteilt. ich hab täglich vier stunden uni, gegenüber dem pensum das ich hier abzuleisten habe, ist das fast nichts.
ausserdem haben wir fotos von der uni gesehen und auf dem stadtplan unsere lage erklärt bekommen.
insgesamt war der tag eigentlich recht produktiv. ich habe mein online-banking beantragt, rückmeldung erledigt und die krankenversicherung überwiesen.

trotzdem hat dieser kalte januartag auch unangenehmes gebracht: bis zum 05.02. muss ich 1360€ an studiengebühren und kaution überweisen. darauf ein prost.

tückische technik

da wär ich mal wieder.
ihr erinnert euch vielleicht noch an den mp3-player, den ich in letzter sekunde gekauft habe, bevor ich nach changchun geflogen bin. hat super funktioniert, das ding, leider isses jetzt kaputt. da es ein refurbished-produkt ist, hatte ich nur 90 tage garantie, zum glück gibt es aber die gesetzliche gewährleistung. darum muss ich jetzt schauen, dass ich das teil so schnell wie möglich einschicke. mein persönlicher held ist auch dafür, was ihn allerdings nicht davon abhält, seit stunden per internet nach problemlösungen zu suchen und immer wieder eine büroklammer in die winzige reset-öffnung einzuführen. ich frag mich, ob er damit was kompensieren möchte. hm..oh...etz isser beleidigt.
naja, jedenfalls. ich hab ihm schließlich auch glaubhaft versichern können dass es nicht am kabel liegt. das is immer die erste frage eines mannes an eine frau, wenn es um defekte e-geräte geht: hast dus auch eingesteckt? is das kabel ok? ja, mann. bloß weil ich weiblich, hübsch und unorganisiert bin, heißt das ja nicht, dass ich auch blöd bin...
ich gebs ja zu: mein hang zur tollpatschigkeit und chaotie macht meinen mitmenschen ab und zu schwer zu schaffen. trotzdem. er wird nix finden und ich werde den player einschicken müssen. ha!

da ich meine schwächen kenne, habe ich angefangen, eine to-do liste für peking zu erstellen. mal wieder. wenn jetzt was nicht klappt, liegt es zumindest nicht an meiner vergesslichkeit.
auf der liste steht einiges: rückmeldung für würzburg (wird langsam knapp), überweisung meiner auslandskrankenversicherung (ganz böse 144€), die verlängerung meines studienkredits, impfungen, konto fürs ausland eröffnen, online-banking aktivieren, reiseapotheke, und, und und.
nebenbei lernen, wobei ich mich für das nebenbei irgendwie schäme. uni sollte priorität haben, aber da mir dieses mal keinerlei semesterferien gewährt wurden, hab ich auch keine zeit, irgendwas nach hinten zu schieben. heimfahren sollte ich auch nochmal. und im februar dann doch noch eine ganze woche arbeiten.

im grunde genommen verlagere ich meinen stress ab dem 26. februar nur knapp 8000 km weiter nach osten.
übrigens wurde mein arbeitsvertrag mit der uni verlängert, ich muss also auch in peking 25 monatsstunden ableisten. ich will also nichts mehr über "urlaub" hören. wie sich sowas anfühlt habe ich nämlich längst vergessen.

jetzt werd ich noch das stirnrunzelnde, vor sich hinbrütende wesen von seinem bildschirm loseisen und dann hoffentlich ins bett gehen. und jahaaaaa....ich weiß seine bemühungen durchaus zu schätzen.

Donnerstag, 21. Januar 2010

also leute, ich fühle mich schrecklich. im moment bin ich wieder mal total überfordert mit allem. uni, arbeit, noch mehr arbeit, privatleben, familie, zukunftsängste, geldsorgen; all das prasselt mit einer heftigkeit auf mich ein, dass ich mich am liebsten gar nicht mehr aus dem bett begeben würde. ich kriegs einfach nicht hin, alles zu organisieren, termine, lernzeiten, impfungen, arztbesuche, kontoeröffnung, krankenversicherung, die zeit rennt und ich hab das gefühl, mich nur im schneckentempo bewegen zu können. 

für die kleinen fluchten aus dem alltag ist auch kein platz mehr, da das den alltag gefährden würde. ich balanciere also auf einem dünnen seil aus den letzten verbliebenen nerven über einem weiten abgrund namens zusammenbruch. ungesichert, versteht sich. 

meine beste freundin zweifelt an der effizienz meiner ernährung. und nachdem mir die lederjacke, die im sommer noch super gepasst hat, inzwischen an den armen zu lang ist, weil meine schultern verschwunden sind glaub ich, sie hat recht. 

es wird definitiv zeit für ferien. in drei wochen ist es soweit, die muss ich noch rumkriegen, dann kann ich mich entspannen und werde einfach nur gammeln. und nebenher packen.  is doch klar. 

einen stressfreien abend euch.

Sonntag, 17. Januar 2010

das wort zum sonntag

einen wunderschönen guten abend wünsche ich euch.

zumindest einen besseren als meinen. ich sitze im hostel und arbeite. das ist an sich nicht weiter schlimm. leider geht im moment ne magen-darm-grippe durch die reihen meiner chefs, sowohl in der uni (unser großmeister begegnete mir am montag ziemlich wackelig auf den beinen und um zehn jahre gealtert) als auch im hostel (papa von kleinkind im anfälligen alter). und irgendwer hat mich wohl angesteckt. ganz ehrlich, hat nichts mit hypochondrismus zu tun. kopfschmerzen, schüttelfrost und ein fiebriges gefühl plagen mich seit circa einer stunde. schlecht is mir auch und, naja...la duzi eben. und ich hoff, es wird nicht schlimmer bis ich morgen zumindest daheim bin. ausserdem habe ich eine kotzphobie. im ernst, lieber sterben als sich zu übergeben. da gibts bestimmt noch ein schönes fachwort, das werd ich gleich mal googeln.

mit dem verlauf des abends wären auch meine halbherzigen versuche, zu lernen, gescheitert. dabei hab ich echt druck. zwei wochen bis zu den klausuren und ich weiß mal wieder nix. jedenfalls fühlt es sich stark danach an.

ich frag mich echt, wie ich mir das einfangen konnte, wo ich doch immer so peinlich genau auf handdesinfektion achte, seit ich weiß, dass da was rumgeht...oder wars vielleicht zuviel des guten? wird hygiene überbewertet? ich finds ne frechheit dass man keime nicht sehen kann. glaubt mir, ich würde sie alle auf der stelle töten....

ich denke, ich begebe mich mal in richtung lokus. ist glaub ich der place-to-be in meiner situation.
bis demnächst also.

Montag, 11. Januar 2010

winter in lalas wonderland

hej zusammen!

wer dachte, der winter bringe nur schnee- und schlammlawinen über die welt, der hat sich getäuscht. in meinem fall beschert mich die kalte jahreszeit auch noch mit einer kostenlawine. und zwar einer großen.
dazu muss ich euch vielleicht informieren, dass wir heute die wohnungen für peking verteilt haben. wie bereits erwähnt, teile ich mir meine mit yün und olga. zu dritt werden wir in voll möblierten hundert quadratmetern untergebracht. jeder hat sein zimmer, bad und küche sind unsere gemeinschaftsräume, vielleicht haben wir glück und noch ein kleines wohnzimmer dabei. das ganze liegt auch in der nähe der uni, etwa 15 gehminuten entfernt. für peking ist das ein klacks und ich brauche ja hier in würzburg mindestens ebenso lange bis ich in meiner alma mater bin.
das wärs auch schon, was ich darüber weiß. details folgen irgendwann in den nächsten tagen, wie immer tröpfeln die informationen eher als dass sie fließen.

mein flug ist ach schon bezahlt und wenn mein drucker das tun würde, wozu er auf dieser welt ist, könnte ich auch schon das ticket in den händen halten. so muss ich es auf dem bildschirm anhimmeln. oder furchtvoll anstarren, je nach laune und flugangstlevel.
mir wird mit jedem tag bewusster, dass meine zeit hier ein countdown ist. bis zum bisher größten abenteuer meines lebens sind es nur noch sechs wochen. und die werde ich hauptsächlich mit lernen, organisieren, arbeiten und prüfungen verbringen.

ja, es ist wieder soweit. der klausurenplan hängt. die mienen in der sinologie werden angespannter. niemand hat mehr wirklich zeit. und auch ich habe immer irgendwie ein kribbeln im hintern; was mich in den nächsten wochen erwartet, möchte ich mir lieber nicht vorstellen. abends hielft mir da gelegentlich ein glas guten weines um runterzukommen.
was ich heute noch so gemacht habe: mich nach auslandskrankenversicherungen umgeschaut. kostenpunkt: ca. 200 ecken für das halbe jahr. die lawine rollt. es ist gar nicht so leicht, da was passendes zu finden, die tarife variieren wie der wasserstand an der nordseeküste, die leistungen verhalten sich nicht einheitlicher. hier den überblick zu behalten wird eine schwere kür. konto bei der dkb eröffnet. is zwar umsonst, allerdings wir ende februar ziemliche ebbe darauf herrschen. falls ich es bekomme, man weiß ja nie, was die schufaauskunft den leuten über einen erzählt.
das ist eh ne frechheit, die sache mit der schufa. du baust geringfügig mist und kriegst nie wieder irgendwo einen vertrag. und wenn du selbst auskunft willst, musst du dafür auch noch bezahlen. ich bin mir jetzt zwar keiner schuld bewusst, das unangenehme gefühl beim wort schufa bleibt aber.
oh, und dann gibt es noch diese anderen dateien, die deine bonität bewerten. da fließt dann ein, in welchem vierteldu wohnst, was du von beruf bist, wo du vorher gewohnt hast, welche zeitung du auf dem klo liest und ob dein müsli morgens mit schokostückchen in die milch kommt oder ohne. also ich zumindest fühle mich ziemlich gläsern als mensch.

aber zurück zu den kosten. das muss ich zu den wohnungen noch nachtragen. 180€ monatsmiete pro person, zu leisten sind drei mieten im voraus und eine vierte als kaution dazu kommen nochmals 100€, die hier als kaution zu hinterlegen sind, falls dem vermieter hinterher schäden an der wohnung auffallen. dann gibt es da noch die studiengebühren. 1200€. visum 40€. flug 605€. hab ich noch was vergessen? achja: die nötigsten einkäufe wie medikamente, verbandsmaterial, hygieneartikel. glaubt mir, da kommt ordentlich was zusammen. und leben sollte man ja auch noch. geht aber nur mit nahrung. so ein mist auch....

im moment plagt mich also vor akuter versagensangst auch die vor der zukunft. nach meinem studium werd ich bis zur rente mit 95 arbeiten müssen um meine schulden abzuzahlen. ohne schlaf, versteht sich. dafür bleibt keine zeit, schon jetzt nicht.
in 50 jahren werde ich meinen enkeln mit stolz erhobener arthritischer faust erzählen, dass ich alles selbst geschaft hab in meinem leben. oder auch nicht. kinder sind teuer.

egal. ich lasse mich nun von der lawine forttragen und wünsche euch noch eine produktive nacht.