nur noch wenige tage, nicht mal mehr eine woche, dann gehts los. unter uns sinologen macht sich so langsam aber sicher aufbruchsstimmumg bemerkbar, die gespräche drehen sich um flüge, stundenpläne, raumverteilung, packlisten und andere organisatorische dinge, keinem von uns reicht die zeit so wirklich, alles geht schneller als gedacht. und dann wäre da noch die leichte wehmut, wir alle lassen schließlich liebe menschen zurück. klar, es sind nur zwei monate, aber es ist trotzdem anders als sonst denn aus china kann man nicht einfach mal so innerhalb eines tages zurückfahren wenn mans gar nicht mehr aushält, alles ist irgendwie sehr endgültig.
die meisten meiner leute haben ihre zelte in würzburg vorrübergehend abgebrochen und sind nach hause zu ihrer familie gefahren. für mich gibt es diese option leider nicht, da mir meine seminararbeit wie ein klotz am bein hängt. ich habe noch immer keinen einzigen satz geschrieben. das wird wohl eine im hau-ruck-verfahren erstellte arbeit und ich glaube, ich muss nicht extra betonen, dass ich sehr unmotiviert bin. viel lieber würde ich meine letzten tage hier genießen, zeit mit freunden verbringen und ganz stressfrei in die pack- und putzphase übergehen. das wird wohl alles am mittwoch stattfinden.
in der zwischenzeit sind mehrere mails von der für uns in china zuständigen kontaktperson eingetroffen, die unter anderem die raumverteilung, bezahlung, stundenpläne, zimmerausstattung, freizeitgestaltung sowie telefonnummern und abholservice zum thema haben. kein tag ohne mindestens eine mail mit neuen informationen.
gestern war ich ausserdem noch einkaufen, was ich zusätzlich an wäsche für changchun brauche. normalerweise hab ich ja ein problem mit hosen, überraschenderweise ging das aber in fünf minuten; unterwäsche ist auch geregelt; damit bleibt für montag noch die reiseapotheke, der kulturbeutel und technische kleinigkeiten.
von meinem kühlschrank gibt es auch nur gutes zu vermelden. er leert sich langsam und das eine kilo kartoffeln das ich wohl nicht mehr verspeisen werde, krieg ich bestimmt noch an den mann. oder die frau.
abgesehen von der seminararbeit gibt es im moment nur eine weitere sache, die meine laune ein bisschen richtung keller befördert. vor über ner woche habe ich einen mp3-player bestellt, lieferung war express. ja, und er ist immer noch nicht da. ich weiß nicht, warum die leute so lange dafür brauchen. ich hoff er kommt bis mittwoch an, sonst hab ich musiktechnisch ein echtes problem. ein tag flug und flughafen ohne die children of bodom oder samael, ich werde bestimmt sterben.
meine freunde weisen mich ausserdem ständig auf die tatsache hin dass ich im flugzeug nicht rauchen darf. ein gewisses maß an entzugserscheinungen ist also vorprogrammiert, ich spiele mit dem gedanken an nikotinpflaster, aber das ist ja nicht das selbe. nachdem ich in changchun sowieso aufhören wollte (rauchende frauen gelten in china nicht als so toll) werd ich wohl gleich die hardcorevariante bezüglich kompletten entzugs durchziehen. fürchtet euch, tongxuemen, ich werde einige tage unausstehlich sein. vor allem olga, die mit mir ein zimmer teilt, wird mich hassen.
vielleicht noch kurz zum flug: ich fliege am donnerstag, den 06. august um 14:50 von frankfurt nach beijing, von dort geht es nach dreieinhalb stunden aufenthalt und terminalwechsel weiter nach changchun. um mein gepäck mach ich mir erstmal keine sorgen; normalerweise hat man 20 kg frei, da meine fünfergruppe (olga, isi, yün, kathi und ich) allerdings über ein chinesisches reisebüro gebucht haben, dürfen wir sogar 30kg mitnehmen. das sollte eigentlich reichen. rückflug wird schon schwieriger, ich habe vor, mir einige chinesische bücher für den eigengebrauch zu importieren. und die mitbringsel nehmen ja auch noch raum und gewicht ein.
was ich nicht genau weiß ist, wieviel früher wir am flughafen sein müssen für das check-in. ist ja mein erster flug. isi meinte heute am frühstückstisch, dass es wohl vier stunden sein müssen, was sich so ungefähr mit dem deckt, was ich aus anderen quellen gehört habe. im klartext heißt das dann, dass wir zwischen zehn und elf in frankfürt sein müssen, ich dann hier um 8 morgens abfahren muss und, wenn ich noch ordentlich frühstücken will, um 6 aufstehen. himmlische freude. ich werde also schon müde sein, wenn ich im flieger sitze.
damit wäre für heute alles gesagt und ich widme mich wieder meiner seminararbeit über die chinesischen triaden.