Montag, 27. Juli 2009

hokus, pokus, verschwindibus...explosivo.

gerade bin ich aus einem todesähnlichen nachmittags-/abendnickerchen erwacht. die erste amtshandlung besteht dann gewöhnlich aus einer kippe und einem check meiner e-mails, könnte ja sein dass mir irgendwer schreibt. und tatsächlich, eine ungelesene mail. von meinem dozenten. bezüglich letzter informationen für changchun.

ganz klasse fand ich dabei den zweiten absatz, den ich auch sogleich hier zitieren möchte:

...Unfortunately it seems that all passport pictures we sent to Changchundisappeared in whatever mail office trash. So I need to ask to you to again bring along six pictures to Changchun that will be consigned upon arrival.....

jaaaaa. is klar. whatever mail office trash. haben die ne ahnung was sechs von diesen blöden passbildern kosten? und warum musste man sie schicken wenns jetzt auch per persönlicher übergabe geht??? also echt....man möchte brechen, so ab und zu.....

geh ich halt morgen nochmal knipsen lassen...seufz....

und weil wir grad beim brechen sind....kleiner nachtrag zum heutigen abend. genauer gesagt ist es eine studie über die attentatstauglichkeit bayerischer brauerzeugnisse. ich hatte genau eine flasche bier. eine einzige. die letzte. ich stellte sie in den kühlschrank, da im zimmer gefühlte 30 grad herrschen und nix über ein kühles blondes am abend geht.  wollte das ding dann rausnehmen und es fiel etwa zehn zentimeter tief aus dem kühlschrank auf den boden. flasche noch heil, alles ist gut, lala denkt sich nix böses und öffnet die flasche. der rückstoß hat mich nen meter zurückgeworfen. das bier ist überall. an den wänden, an der tür, sämtlichen schrankoberflächen, meine poster sind vernichtet. alles klebt, einschließlich mir. wusstet ihr, dass bier in den augen brennt? nein? dann aber jetzt.

meine jacken sind feucht. das zimmer riecht nach destille. ein gewisser jemand, den ich hier nicht namentlich nennen möchte, hat sich halb totgelacht angesichts meiner misere. ich hatte mir ja vorgenommen - eher halbherzig - nach changchun mein zimmer neu zu streichen. jetzt streich ich erstmal das halbherzig aus diesem vorhaben. ich muss. und dazu einen neuen teppichboden bzw. laminat beantragen, nach diesem vorfall grad wirds dann doch langsam siffig.

ich hoffe, dass bier zumindest gut für die haare ist. die haben nämlich auch ne ganze menge abbekommen. und falls mir jemand ein neues bier spendieren wollen sollte, möge er sich schnell bei mir melden. und leute, herkömmlicher sprengstoff ist überholt. nehmt einfach eine flasche hopfensaft. danke und prost!

Samstag, 25. Juli 2009

ich bin ein himmelskörper...

eine hürde nach der anderen schmilzt dahin auf dem langen weg richtung china. gestern hab ich mein visum bekommen und ich bin ziemlich stolz drauf. 41€ hat mich der kleine aufkleber gekostet, der meinen pass praktisch mittig entjungfert hat. ich hoffe, dass sie mich jetzt auch einreisen lassen. übrigens sind es nicht mal mehr zwei wochen, bis ich im flieger sitze und nachdem ich das semester trotz stress und lagerkoller (ja, wenn man lernt, wird das zimmer zur zelle) gut hinter mich gebracht habe, stellt sich auch die vorfreude so langsam aber sicher wieder ein. 

heute hab ich auf meiner schon lange fertigen packliste die dinge markiert, die ich nächste woche einkaufen muss. am 04. august wird gepackt, am 05. nochmal die wohnung saubergemacht. und für den abend gibt es zwei optionen. die eine - und vernünftigere - wäre, früh schlafen zu gehen um nach einem ordentlichen frühstück am nächsten tag richtung frankfurt aufzubrechen, ausgeruht und stressfrei. die andere - unvernünftigere und mir damit näherliegende - wäre ein abschiedsfeier im kleinsten kreis, die garantiert mit einem gelage endet und mich am nächsten morgen gammelig und unausgeruht am flughafen erscheinen lässt. ja, so wie ich mich kenne, wird es eher letzteres.

und noch eine sache, die ich vielleicht erwähnen sollte. chinesen können mit deutschen namen nicht sehr viel anfangen. um genau zu sein vergessen sie sie wieder sobald sie sie gehört haben. deswegen gibt es den netten brauch dass jeder chinareisende sinologe auch einen chinesischen namen bekommt. meiner (in der im chinesischen üblichen reihenfolge nachname (einsilbig) und vorname (zweisilbig)) lautet seit vorgestern 潘 明月.

gelesen wird das pān míngyuè. pan ist ein chinesischer nachname, der phonetisch ganz gut der ersten silbe meines deutschen nachnamens entspricht. ming bedeutet hell, yue heißt mond; zusammen kann man mingyue auch als vollmond übersetzen. vielleicht bleib ich ja so den leuten die ich in china treffe eher im gedächtnis, wer weiß.

im übrigen wünsch ich allen, die jetzt noch klausuren haben und sich dafür plagen müssen frohes schaffen!

Dienstag, 21. Juli 2009

endspurt oder das letzte röcheln....

nach einer ziemlich stressigen woche mit emotionalen und klausurentechnischen höhen und tiefen (spontane tränenausbrüche mit olga in der cafete, gute mündliche und schlechte schriftliche prüfungen...) beginnt für die sinologen an der würzburger uni so langsam der endspurt. morgen noch drei prüfungen, am mittwoch und donnerstag jeweils eine und dann ist es geschafft.

meiner meinung nach wurde das auch endlich mal zeit; der schlafentzug macht sich bemerkbar, in der lunge ist mehr teer als auf manch deutscher strasse, das privatleben liegt komplett darnieder. und ich zittere, wenn ich meine tägliche dosis kaffee nicht bekomme.

in sachen changchun hat sich einiges getan. letzte woche haben wir bei einem seeeeehr kurzfristig anberaumten treffen die anträge fürs visum ausgefüllt, dazu musste man den pass mitbringen. leicht seltsam erschien mir dass, obwohl bekannt war dass der pass irgendwann her muss, weil wir ganz sicher fahren, das ausweisdokument einiger leute immer noch nicht am selben ort residiert wie der eigentümer. ich schieb das jetzt mal auf den klaurenstress. 

für die bezahlung der kursgebühren haben wir eine kontoverbindung bekommen, von der sich rausgestellt hat dass sie komplett falsch ist. erst wars nur die nummer, dann die zugehörige bankleitzahl, deshalb ist bei mir immer noch eine überdurchschnittliche deckung vorhanden. und auch das schieb ich auf die klausurenphase, schließlich sind dozenten und verantwortliche auch nur menschen...

ja, und ganz langsam stellt sich auch die vorfreude auf unser abenteuer wieder ein, die während der prüfungen irgendwie in die nichtexistenz abgeschmiert ist. nicht zu reden von der leichten panik in anbetracht der dinge, die ich immer noch nicht erledigt habe. impfen. eltern besuchen. auslandskrankenversicherung. leeres gefrierfach.

neben changchun starten übrigens schon die vorbereitungen für unser semester in peking, mit dem veruch, auslandsbafög bewilligt zu bekommen. himmlische freude, ewiges ausfüllen, ein berg an zu erbringenden nachweisen und die dumpfe vorahnung einer ablehnung meines antrags. aber es ist ja schließlich das gemeinschaftserlebnis, was zählt....

Montag, 6. Juli 2009

yuxi, xuexi, lianxi, fuxi...die möglichmachung des unmöglichen

jahaaaa...klausurenzeit und schon macht sich allgemeiner wahnsinn breit.

gerade hab ich den rolf getroffen, der mir unbedingt seinen neuen tollen laptop zeigen wollte (ja, das ding kann sich wirklich sehen lassen!). anschließend waren wir noch auf der treppe gesessen und haben eine geraucht. und dann kam basti und mein abend war im eimer. nicht wegen basti, den mag ich ja, sondern wegen der neuigkeiten, die er zu erzählen hatte. 

unsere lehrerin hat uns eine mail geschickt, die ich leider nicht lesen konnte, weil mein pc das format nicht kennt. wird schon nix schlimmes sein, dachte ich mir. basti konnte sie lesen, sein computer is wohl schlauer als meiner. die mail beinhaltet eine übersetzungsübung mit 140 sätzen, die bis vor der klausur zu erledigen sind. 140 sätze. verdammt!

is ja nicht so, dass ich eh schon gestresst wäre, nicht mehr weiß, wo mir der kopf steht, oder mit sämtlichen lerninhalten total hinterher....nein....ich werde mein schlafpensum bis nach den klausuren wohl von fünf auf drei stunden pro nacht herunterschrauben müssen. es wird ziemlich viel geld für espressopulver draufgehen. und wenn ich fertig bin mit lernen hab ich dank erhöhten kippenkonsums lungenkrebs.

also mal ganz ehrlich: bachelor ist eine zumutung. grad wenn dein studium eine extrem exotische fremdsprache ist und du nebenher noch arbeiten musst, um nichtsubventionierte chinareisen zu bezahlen, die zum teil obligatorisch sind. nix mit fakultativ an unserer fakultät.

und dann wundern sich die leute dass immer mehr studenten unter depressionen und verfrühtem burnout leiden. ja, warum nur? mit null privatleben dank mörderstress, geldsorgen und chronischer mangelernährung? wenn mir noch irgendwann mal irgendwer erzählt, studenten hättens soooo gut, nur feiern, in den tag leben, rauchen, saufen, kiffen, sex, dann werd ich zum mörder. ganz ernsthaft.

anstatt weiterzujammern (ich fühl mich schon wieder besser) trete ich mir jetzt selbst in den hintern und mach vokabeln. hilft ja nix.

vielleicht noch ein kurzer nachtrag zu meinem kühlschrank: er hats schon wieder getan. sich abgetaut, mein ich. dieses mal hatte ich kein fleisch darin aufbewahrt. dafür fisch und pizza. und meine armbanduhr. wie und warum die da drin war: ich weiß es nicht und ich will es besser auch gar nicht wissen. jedenfalls funktioniert sie noch. is halt schweizer qualitätsware.

in diesem sinne wünsch ich allen noch eine produktive nacht!