hej zusammen!
lang ist es her seit meinem letzten eintrag, aber schließlich war ich auch beschäftigt. uni, zwei jobs, haushalt und last but not least eine beziehung...das wird zeitlich schon ganz schön eng. und so wirklich viel zu erzählen gab es sowieso nicht, schließlich will ich hier niemanden mit details aus meinem privatleben langweilen. dafür gibts die privatsender aus der flimmerkiste.
peking rückt näher. ich bin jetzt nur noch gute zweieinhalb monate im lande, bevor ich für mindestens sechs weitere verschwinde, ans andere ende der welt. und naturlich gibts da einiges zu tun. nachdem ich ja jetzt armer gequälter hiwi in der sinologie bin, krieg ich alles hautnah mit, was die vorbereitungen angeht, teilweise erledige ich das persönlich. ich dachte nicht, dass hinter einem auslandssemester soviel formalitätenwust steht.
die erste infoveranstaltung hatten wir auch schon. das war nicht sehr ermutigend, da wir gehört haben, dass es drüben auch schon todesfälle gegeben hat. ich bin jedenfalls verpflichtet, eine versicherung abzuschließen, die meine rückholung im schlimmsten falle garantiert, schließlich möchte sich der chinesische staat nicht mit einer fremden leiche befassen. ich hoffe aber nicht, dass es soweit kommen wird.
auch die kurse sind schon gewählt. wenn alles zusammenkommt wofür ich mich eingeschrieben habe, bin ich bei netten 20 sws. das ist übrigens auch die höchstgrenze dessen, was wir belegen dürfen. davon gehen allein 14 sws für den sprachunterricht weg, ich schätze mal, vokabeln pauken wird da in eine neue dimension geschossen. trotzdem freu ich mich drauf.
sehr gespannt bin ich weiterhin auf die wohnsituation. wohnungen stellt die uni, die diese für uns von privat vermittelt. es gibt wgs von 2 bis 5 leuten, ich werde mir meine mit yün und olga teilen. was ich gesehen habe von den fotos der älteren semester, sehen die zimmer ganz nett aus, und ich fürchte fast, meine residenz hier in würzburg wird dagegen schäbig erscheinen. gut, dafür komm ich hier auch um die hälfte billiger. die wohnungen sind nicht auf dem campus sondern über die stadt verteilt, wir werden also nicht abgeschottet sein wie in changchun sondern so richtiges chinesisches großstadtleben genießen können/müssen. wenn wir allerdings pech haben, kann die anfahrtszeit bis zur uni locker mal zwei stunden betragen, je nachdem wo die wohnung liegt; und wenn der verkehr genauso schlimm ist wie in changchun, ist der weg von und zur uni jedesmal ein himmelfahrtskommando. da fällt mir ein....ich glaube, der todesfall unter den studenten war verkehrsbedingt....
ich habe früher mal über die vielen passfotos geklagt, die ich abgeben musste. und siehe da, schon wieder werden sechs stück verlangt. da ich etwas knapp bei kasse und mit den ergebnissen der fotografen eh nie zufrieden bin, hat mir dieses mal mein persönlicher held unter die arme gegriffen. digitalkamera vor hellem hintergrund, ne halbe stunde rumgehüpfe und ne weitere halbe stunde photoshop, fertig waren die hübschesten passbilder die ich je hatte. ausgedruckt habe ich für 24 stück einen euro zwanzig bezahlt statt der handelsüblichen zwanzig plus. also wenn dieser mann keine qualitäten hat, weiß ich auch nicht. ich werd ihn jedenfalls mehr als vermissen, so ne beziehung über eine so lange zeit zu retten und sich dabei wirklich nie treffen zu können ist schon hart. trotzdem müssen wir das auf uns zukommen lassen und was uns tröstet: wir sind nicht allein. ein bisschen beneide ich da schon yün und sascha und kathi und basti, die dieses abenteuer zusammen durchstehen dürfen.
jaha, ansonsten war ich ende letzter woche noch auf einer sinologenexkursion, der ersten, seit ich angefangen habe (ja, liebes institut, das könnte ruhig öfter stattfinden!). unser großmeister l hat uns im rahmen eines seminars über kultur in der vr in eine ausstellung nach frankfurt geführt. nennt sich kunst für millionen und findet in der schirn statt; sehr sehenswert in jedem falle und mit ein bisschen hintergrundwissen umso interessanter. katalog liegt bei uns in der sinologie, also wer sichs anschauen möchte....meine bewunderung für besagten dozenten ist mit diesem tag ins unermessliche gestiegen. ich glaube, es gibt nichts, was er nicht weiß. egal zu welchem thema. und noch dazu ist er wirklich nett, kein so entmenschter wissenschaftsroboter wie man in in universitäten leider zu häufig findet.
und nachdem ich auch keiner bin, geh ich jetzt schlafen. ich wünsche euch eine produktive nacht.
