Sonntag, 31. Mai 2009

mein empathisch begabter kühlschrank

seit einiger zeit schiebe ich paranoia. genauer gesagt, seit ich meinen reisepass besitze. immer wenn ich ihn anschaue - und das tu ich verdammt oft -  stellt sich neben dem kribbeligen gefühl der vorfreude und des kaum-erwarten-könnens auch eine leichte besorgnis ein. und die betrifft meine vorratshaltung.

nun ja, ich residiere in einem kuscheligen zimmer in einem würzburger studentenwohnheim. trotz des nicht gerade üppigen platzangebots in meinen vier wänden habe ich es irgendwie geschafft, eine beträchtliche menge an lebensmittelvorräten zu horten, vor allem in meinem alten, klapprigen kühlschrank, der nachts seltsame geräusche von sich gibt und nicht mal licht hat.

trotzdem ist er was ganz besonderes, wie ich jetzt feststellen durfte. er ist nämlich empathisch begabt. die leichte besorgnis von der ich bereits sprach, rührt daher dass ich nicht weiß, wie ich meine ganzen tiefgekühlten sachen innerhalb der verbleibenden zeit hier verarbeiten soll, so viel zeit zum kochen hab ich dieses semester irgendwie nicht, es bleibt meistens bei nudeln mit irgendwas drüber.

mein kühlschrank muss das gespürt haben. als ich heute morgen total verasselt richtung toilette wankte, verspürte ich auf einmal ein feuchtes gefühl an den füßen. die genauere evaluierung der ursache brachte mich nach einigen minuten bedröppelten unmotivierten rumstehens beim versuch mein hirn in gang zu bringen zu dem ergebnis, dass sich der kühlschrank selbst abgetaut hat.

abgesehn von zwei stunden wischen, während denen ich mich zum ersten mal eingehend mit den staubansammlungen unter meinen küchenschränken beschäftigen musste und längst vergessen geglaubtes fäkalvokabular reaktiviert wurde, sitz ich jetzt auf einigen kilo aufgetauten fleisches von schwein bis strauß und weiß nichts rechtes damit anzufangen. weil das ja möglichst schnell weg muss, wieder einfrieren is blöd, glaub ich.

die ursache für den totalausfall meines geliebten elektrogeräts liegt weiter im dunkeln. abgesehen von der unsäglichkeit, mit 39 fieber (ja, ich bin krank und das seit tagen) auf allen vieren am boden zu kauern, fühl ich mich doch relativ erleichtert. ich muss nicht mehr dran denken, ins gefrierfach zu schauen und mich zwingen was zu kochen, bevor ich fliege. und wer auch immer nochmal mit mir einkaufen geht: bitte schlagen, wenn ich die gefriertruhen ansteuere. 

Donnerstag, 28. Mai 2009

mama, mädchen und eine kamera

wer auf eine reise geht, der hat was zu erzählen...und viel besser geht das natürlich, wenn man ein paar fotos zum vorzeigen hat, auch, weil es eine schöne erinnerung für einen selbst ist, wenn man irgendwann alt und tattrig an einem stück zwieback nuckelt.

ich jedenfalls dachte mir, ok, gehst nach changchun, kamera is pflicht. eine kleine digitale für die photos, die dann im blog landen und eine große spiegelreflex für die zum anfassen. die mag ich persönlich lieber, da bin ich wohl altmodisch.

ganz zufälligerweise besitzen meine eltern so eine tolle kamera. ich ruf also meine mutter an, frag nach der kamera und ob ich sie haben kann. sie meint, kein problem, hat aber grad dein bruder, sag ihm bescheid. ich schreibe dann meinem bruder...keine antwort...gut, er is da eh nicht so zuverlässig, aber trotzdem...irgendwann steht er dann in der tür, total sauer aus mir noch unbekannten gründen, ich nicht minder sauer weil es so lang gedauert hat.

den grund für seine grummelige stimmung erfahre ich dann relativ schnell: er hat mit unserer mutter gesprochen und sie wüsste von nichts. jetzt bin ich es, die wirklich an die decke geht. ich schicke ihn wieder weg und rufe ein paar tage später daheim an, schließlich muss ich erstmal meine innere ruhe wiederfinden. ich kriege dann auch meine mam an den apparat und nach ein bisschen hin und her eröffnet sie mir, dass sie mir die kamera nicht mitgeben will. auf mein warum weiß sie nichts rechtes zu entgegnen, ein halbgares argument nach dem anderen, dass ich aushebeln muss, bis mir dann die hutschnur reißt und ich sie bitte, endlich klartext zu reden.

sie druckst ein bisschen und schließlich stellt sich heraus dass der grund für ihr nein der fakt ist, dass ich ein mädel bin. das argument läuft dann etwa so: mädel + 0 technikbegabung + in einem suspekten fremden land > schwach und hilflos > leichtes opfer für kriminelle > keine kamera.

das muss ich erstmal verdauen. ich hab sie dann gefragt, ob sie sich als potentielles opfer bezeichnen würde wenn sie auf die strasse geht. tut sie nicht und sie ist kleiner und leichter als ich. und warum es ok ist, dass ein familienmitglied sich in gefahr begibt, ein ersetzbarer gegenstand aber zu wertvoll ist um mitzukommen. und da hatte ich sie. ich gebe zu, ein bisschen gemein wars schon von mir...aber ich musste das ding haben....

jetzt kriege ich ihre digicam und die große spiegelreflex. und es ist irgendwie beruhigend zu wissen, dass der ganze dumme hardcore-feminismus doch einige orte verschont hat. es gibt unterschiede zwischen männlein und weiblein und das is gut so. wenns um kameras geht, find ichs allerdings ein bisschen...übertrieben.

Mittwoch, 27. Mai 2009

PREMIERE

so. hier ist er. mein erster blog...oder heißt es das blog? ich weiß es nicht....

in jedem falle ist es eine premiere. ich habe vorher noch nie gebloggt und mach das jetzt auch nur, damit ihr daheimgebliebenen mitbekommt, was sich so bei meinem aufenthalt im reich der mitte ereignet. quasi die beruhigungspille für besorgte eltern und der neidhappen für all die, die mit fernweh im bauch an ihrer meldeadresse verharren müssen. und ich spare mir natürlich die lästigen rundmails, von denen die meisten eh nach einiger zeit genervt sein dürften, wenn der bilderanhang das postfach verstopft; wen es interessiert, der kann hier nachlesen, wen nicht, der hat zumindest seine ruhe.

worum es geht haben alle, die mich kennen, in den letzten monaten zwangsläufig mitbekommen MÜSSEN, ich war ja ziemlich themenfixiert. für alle anderen: lala die landpomeranze wird diesen sommer zum ersten mal in ihrem leben ein flugzeug besteigen und zu einem sechswöchigen sprachkurs nach china aufbrechen.                                                                                        

was ich dann dort und auch jetzt schon im voraus erlebe, findet ihr zukünftig hier. ich werde mich bemühen, das ganze möglichst aktuell zu halten und auch mit bildern zu bestücken, garantiere aber freilich für nichts.

ich wünsch euch viel spass beim lesen und angucken und freue mich natürlich auch über eure kommentare, wenn ihr euch die mühe machen wollt:-)

in diesem sinne: lasst die spiele beginnen!